Freiwilligendienste stärken – ein Gewinn für Gesellschaft und Demokratie

Was kann ein Freiwilligendienst bewegen? Eine ganze Menge! Davon überzeugte sich der Bundestagsabgeordnete Ralph Edelhäußer gemeinsam mit seinem Kollegen Artur Auernhammer und der Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Frau Eva Maria Welskop-Deffaa, bei einem Besuch im Caritas-Seniorenheim St. Nikolaus in Spalt. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit ehemaligen und aktiven Freiwilligendienstleistenden über ihre Erfahrungen, Zukunftspläne und die Bedeutung sozialen Engagements.

„Am besten versteht man was ein Freiwilligendienst bewirken kann, wenn man die Menschen dahinter kennenlernt“

Ralph Edelhäußer MdB

Drei persönliche Geschichten blieben besonders in Erinnerung: Lorenz begann seinen beruflichen Weg nach dem Abitur als Zimmerer, absolvierte einen Freiwilligendienst und entschied sich anschließend für ein duales Studium der Sozialen Arbeit. Miora kam aus Madagaskar als Au-pair nach Deutschland und engagiert sich heute im Caritas-Seniorenheim Weißenburg. Nina wiederum ist bereits bei der Spalter Jugend-Feuerwehr aktiv und versieht ihren Dienst aktuell im Seniorenheim St. Nikolaus in Spalt. Die unterschiedlichen Lebenswege zeigen, wie Freiwilligendienste persönliche Entwicklung ermöglichen, neue Perspektiven eröffnen und Menschen dazu bewegen, Verantwortung zu übernehmen. „Der Bundesfreiwilligendienst ist eine Win-win-win-Chance für die Freiwilligen selbst, die Einrichtungen und unsere Gesellschaft. Wer sich für andere einsetzt, stärkt zugleich unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie“, so Edelhäußer.

Verlässliche Rahmenbedingungen schaffen

Damit dieses Engagement auch künftig möglich bleibt, braucht es politische Unterstützung. Caritas-Präsidentin Welskop-Deffaa forderte eine verlässliche Finanzierung, ausreichend Mittel für die pädagogische Begleitung und bessere finanzielle Rahmenbedingungen für Freiwillige. Dazu gehören ein angemessenes Freiwilligengeld sowie eine Mobilitätsregelung. Auch eine bessere öffentliche Information über die verschiedenen Freiwilligendienste sei notwendig. Unabhängig von der Diskussion über einen möglichen verpflichtenden Wehrdienst müssten die Angebote gestärkt werden. Unter anderem die Caritas setzt sich neben weiteren Trägern und Verbänden für das Freiwilligendienst-Stärkungsgesetz ein. Ziele des Gesetzes sind verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit für Träger und Einsatzstellen.

Wertvolle Unterstützung für die soziale Arbeit

Bundesweit arbeiten bei der Caritas rund 800.000 Hauptamtliche und etwa 500.000 Ehrenamtliche. Freiwilligendienstleistende ergänzen diese Arbeit und schaffen durch ihren Einsatz wertvolle persönliche Beziehungen. Auch die Integrationsleistung ist bedeutend: Laut Sarah Strasser, Leiterin des Bundesfreiwilligendienstes beim Caritasverband für die Diözese Eichstätt, stammen fast zwei Drittel der dortigen BFD-Leistenden aus dem Ausland. Dabei geht es der Caritas nicht allein darum, Nachwuchs für soziale Berufe zu gewinnen. Vielmehr sollen junge Menschen soziale Kompetenzen entwickeln, Verantwortung übernehmen und Erfahrungen sammeln, die sie ein Leben lang begleiten.

„Wer sich für andere einsetzt, schenkt Zeit, Hoffnung und Menschlichkeit. Und nimmt selbst wertvolle Erfahrungen fürs Leben mit. Damit das gelingt, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen und die Anerkennung, die dieses Engagement verdient“, resümierte Edelhäußer.

Redakteur08