Politischer Austausch am Airport Nürnberg: Wichtigkeit der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrs im Fokus

Auf Einladung des Geschäftsführers der Flughafen Nürnberg GmbH, Herrn Dr. Michael Hupe, kamen die mittelfränkischen Bundestagsabgeordneten der CSU, Artur Auernhammer, Tobias Winkler, Dr. Konrad Körner und Ralph Edelhäußer, zu einem Austausch am Airport Nürnberg zusammen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Entwicklung des Luftverkehrsstandorts Deutschland im europäischen Vergleich sowie die aktuellen steuer- und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass sich der Luftverkehr in Europa insgesamt dynamisch entwickelt, Deutschland jedoch hinter dieser Entwicklung zurückbleibt.

Dr. Konrad Körner, der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt, schaut mit Sorge auf diese Entwicklung: „Deutschland darf sich nicht selbst Steine in den Weg legen. Wir müssen international mithalten und attraktiv bleiben. Die Passagierzahlen steigen zwar, aber im europäischen Vergleich bleibt Deutschland jedoch im unteren Bereich. Dies ist nicht mein Anspruch für die Metropolregion.“

Herr Dr. Hupe nennt als wesentliche Ursache insbesondere strukturelle Wettbewerbsnachteile. So ist das Angebot von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ab deutschen Flughäfen deutlich geringer ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern. Gleichzeitig hat sich das innerdeutsche Streckennetz seit 2019 deutlich reduziert. Dies wirkt sich insbesondere auf die Verbindung von Menschen und Regionen an die großen Drehkreuze aus und hat entsprechende wirtschaftliche Folgen.

Ein zentraler Aspekt der Diskussion waren auch die staatlichen Standortkosten, die in Deutschland im europäischen Vergleich aus Sicht der Geschäftsführung des Airports Nürnberg als hoch eingeschätzt werden. Diese beeinflussen nach Einschätzung der Branche maßgeblich die Standortentscheidungen von Fluggesellschaften.

„Ob Luftsicherheitsabgaben für Kontrollmaßnahmen am Boden oder Abgaben für die Flugsicherung – die Erhöhungen der letzten Jahre kommen neben der hohen Steuer für Passagiere und Unternehmen nochmal oben drauf. Für die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland ist deshalb ein Vergleich mit unseren Nachbarländern und Konkurrenzstandorten unerlässlich.“, so Tobias Winkler, der direkt gewählte Abgeordnete für die Stadt Fürth und die beiden Landkreisen Fürth und Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim.

Nach Einschätzung der Union haben hohe steuerliche Belastungen in der Vergangenheit dazu geführt, dass Fluggesellschaften Kapazitäten verstärkt ins Ausland verlagern. Die geplante Entlastung soll daher einen Beitrag leisten, Deutschland wieder stärker als Luftverkehrsdrehkreuz in Europa zu positionieren.

Ralph Edelhäußer, der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für die Landkreise Roth und das Nürnberger Land, steht hinter einer Stärkung des deutschen Luftverkehrsstandorts: „Unser Ziel muss es sein, Flughafenstandorte zu sichern, Abwanderungseffekte ins Ausland zu begrenzen und Arbeitsplätze in der Luftverkehrsbranche zu erhalten. Der Standort des Flughafens in Nürnberg muss gesichert werden, er ist für die Region, die Wirtschaft und den Tourismus von immenser Bedeutung – Es ist ein Glück, dass wir ihn haben.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Senkung der Luftverkehrsteuer ab dem 1. Juli 2026. Die Koalition hatte hierzu bereits im November 2025 eine Entlastung der Luftverkehrsbranche in Höhe von rund 350 Millionen Euro vereinbart.

Für Herrn Dr. Michael Hupe ist offen, ob dieser Entwurf zur Reduzierung der Steuersätze Früchte trägt. „Aus Sicht der Luftverkehrswirtschaft bleibt die Entlastung hinter den Erwartungen zurück, da sie unter der Erhöhung aus dem Jahr 2024 liegt, die als Richtschnur diente. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch es müssen weitere Maßnahmen folgen, um nachhaltige Wachstumsimpulse zu erzielen“, so Hupe.

Für Artur Auernhammer, den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten für die Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen, ist die Senkung der Luftverkehrsteuer ein notwendiges Signal: „Die Entlastung kann dazu beitragen, verlorene Wettbewerbsfähigkeit unserer Flughäfen und Airlines zurückzugewinnen und Verkehre wieder stärker nach Deutschland zu holen. Gleichzeitig ist auch uns als CSU-Politiker klar, dass weitere Maßnahmen erforderlich sein werden, um den Standort nachhaltig zu stärken.“

Die Teilnehmer des Austauschs betonten abschließend die Notwendigkeit verlässlicher und wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen, um die Anbindung der Regionen zu sichern und die Entwicklung des Luftverkehrsstandorts Deutschland insgesamt zu stärken.

Redakteur08